Die nette Art von Tracking – Matomo als eigene Analyse-Platform

Tracking und Nutzeranalyse ist in der Hand der großen Digitalkonzerne, vorne voran Google und Facebook. Es gibt aber auch unbekanntere Player, wie den französischen Konzern Criteo, der nur mit sogenannten Targeted Advertising mittlerweile 2 Milliarden Euro Umsatz macht. Der Funk-Kanal Walulis hat dazu ein interessanten Video gemacht:

Trotz Regelungen wie Cookie-Hinweise und der DSGVO und damit Zwang einen Opt-In anzubieten, kommt man an vielen Trackern nicht ohne weiteres vorbei. Auch in Smartphone-Apps werden massenhaft Tracker eingebaut um fast alle Nutzer-Interaktionen zu erfassen, so sind in der Outlook App von Microsoft ganze 13 Tracker-Dienste mit eingebaut. Nutzer versuchen sich mit Ad-Blockern und speziellen Apps gegen solche Tracking-Tools zu wehren, wobei diese nur bedingt nützlich sind von eingebauten Trackern in Apps.

Angela Merkel hat 2015 davon gesprochen, dass Daten der Rohstoff der Zukunft sind. Stand 2020 gehören zu den fünf wertvollsten Unternehmen der Welt Google und Facebook die beide ihren größten Teil der Einnahmen durch Werbung erhalten. Um Unternehmen gezielte Werbung zu ermöglichen, müssen Google und Facebook genau wissen, wer der einzelne User genau ist und entsprechend Daten über ihn sammeln.

Die eingesetzten aggressiven Tracker vieler Firmen dringen somit oft tief in die Privatsphäre vieler Nutzer ein. Ein Dilemma für viele Organisationen, die schon etwa wissen wollen wie ihre Website benutzt wird, aber die den Nutzer nicht komplett überwachen wollen. Eine Möglichkeit den Schritt zum gläsernen Internetnutzer nicht weiter zu unterstützen, ist die Vermeidung von Tools wie Google Analytics um die eigenen Websitebesucher zu analysieren. Stattdessen kann alternativ die Freie Software Matomo genutzt werden, die unkompliziert mit auf dem eigenen Webspace gehostet werden kann.

Einrichtung und Benutzung von Matomo

Am einfachsten haben es Nutzer von WordPress. Um hier Matomo zu nutzen reicht es, das Plugin aus dem Plugin-Katalog herunterzuladen und zu installieren. Für statische Seiten und andere CMS muss Matomo als Stand-Alone Version installiert werden. Dies wird in der Dokumentation von Matomo ausführlich beschrieben. Ein bisschen verkürzt sind die Mindestanforderungen dafür PHP und eine MySQL oder MariaDB Datenbank. Wir als Verein bieten aber auch Mitgliedern Unterstützung bei der Einrichtung an, bzw. die Möglichkeit die Matomo-Instanz vom Verein mitzunutzen (die Adresse zum Mitglieder-Login ist https://analytics.nfme.de).

Wenn die Website korrekt bei Matomo konfiguriert wurde, dann bekommt man beim Öffnen von Matomo eine Übersicht an verschiedenen Statistiken zu den Besuchen der letzten Tage, sowie die letzten Besuche in Echtzeit. Mit den Buttons oben können (falls eingerichtet) auch von anderen Websites Statistiken abgerufen werden, oder der Zeitraum der Daten die angezeigt werden verändert werden.

Wichtig bei der Benutzung von Matomo ist die Einhaltung der DSGVO. Der erste Schritt sollte also sein im Menü Privatsphäre auf Daten anonymisieren zu klicken und dort für die Besucher-IP mindestens 2 Bytes für die Maskierung zu wählen und es empfiehlt sich die anonymisierte IP-Adresse auch für die Aufbereitung der Besuche zu verwenden.

Auf Grund der DSGVO ist es auch wichtig einen Opt-Out zu ermöglichen. Dieser sollte prominent auf der Datenschutzerklärungsseite und damit auch über den Cookie-Hinweis erreichbar sein.

Wenn die Matomo-Instanz nicht selber gehostet wird, sind die von Matomo erzeugten Cookies automatisch Dritt-Anbieter Cookies. Diese müssen mit einem Opt-In beim Website-Nutzer erst genehmigt werden. Hier bieten sich für WordPress Plugins an die den Tracking-Code von Matomo erst laden, wenn der Nutzer die Cookies akzeptiert hat.

Mit dem WordPress Plugin EU Cookie Law kann man mittels einer PHP-Funktion den Tracking-Code in der Website einbinden und den Code nach dem Akzeptieren entsprechend nachladen:

if ( function_exists('cookie_accepted') && cookie_accepted() ) {
// Your code
} else {
generate_cookie_notice($height, $width);
}

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Die Inhalte dieses Artikels sind Teil von Fortbildungen oder Workshops die vom Netzwerk für Medien und Events durchgeführt werden. NfME hostet eine eigene Matomo-Instanz die Mitgliedern kostenlos zur Verfügung steht. Nähere Infos gibt es auf Anfrage.