Die eigene DSGVO-konforme Cloud – Vorteile von Nextcloud

Cloud oder Cloud Computing ist ein Buzzword welches überall bei IT-Themen gerne verwendet wird. Vielen Leuten ist nicht immer klar was dabei gemeint ist. Oft wird die eigene Dropbox oder der eigene OneDrive als Cloud bezeichnet. Bekannt, auch weil das Wort sogar im Namen steht, ist die iCloud von Apple. Alles was über das Internet oder einem eigenen Intranet an IT-Infrastruktur zur Verfügung gestellt wird und nicht lokal auf dem Gerät installiert ist, kann als Cloud bezeichnet werden. Dabei ist nicht nur Online-Speicherplatz wie Dropbox gemeint, sondern auch Anwendungen wie zum Beispiel das Steuererklärungsprogramm ELSTER.

Große Anbieter im Cloud Computing sind die bekannten Namen: Amazon, Microsoft usw.
Da man bei einer Auslagerung der eigenen Daten und Rechenprozessen in nicht selbst kontrollierbare Rechenzentren, die rechtlichen Schritte und ein potentielles Risiko beachten muss, sollte man sich überlegen, ob es nicht sinnvoller ist, sich erstmal um Serverstandorte und Unternehmen im europäischen Bereich zu kümmern, bzw. sogar nicht noch einen Schritt weiter gehen und die Cloud Infrastruktur selbst zu betreuen.

Für Organisationen aber auch Unternehmen steht mit Nextcloud eine Freie Software bereit, die es den betreuenden Personen leicht macht eine Cloud Infrastruktur mit sicheren Online-Speicherplatz und gemeinsamen Arbeiten mit diversen Anwendungen bereitzustellen und auch up-to-date zu halten.

Nextcloud ist als Fork (quasi eine Kopie) aus ownCloud hervorgegangen. Beide Produkte sind durch Frank Karlitschek entstanden. Da die Firma hinter ownCloud aber eher ein Freemium-Modell anstrebte hatte Karlitschek das Unternehmen 2016 verlassen und anschließend das Nextcloud-Projekt ins Leben gerufen. Auch hier steht ein deutsches Unternehmen hinter der Entwicklung, allerdings gibt es im Gegensatz zu ownCloud keinen eingeschränkten Funktionsumfang bei der Nutzung von Nextcloud.

Features von Nextcloud

Die drei wesentlichen Bestandteile von Nextcloud sind Nextcloud Files, Nextcloud Talk und die Groupware Bestandteile, sowie Erweiterungen von Nextcloud über den Store.

Nextcloud Files ist der ursprüngliche Kern der Nextcloud Anwendung gewesen. Die Funktionen sind vergleichbar mit Dropbox, OneDrive oder Google Drive. Dateien können mittels Sync-Clients für alle Betriebssysteme, dem Browser oder Smartphone Apps hoch- und runtergeladen und geteilt werden. Es können organisationseigene Netzwerk-Freigaben eingebunden werden und Ordner speziell nach Gruppen und Benutzer Rechte erteilt werden.

© Nextcloud GmbH

Nextcloud Talk ist vergleichbar mit Skype, Zoom oder Microsoft Teams. Es gibt die Möglichkeit mittels Smartphone Apps oder am PC über den Browser miteinander persönlich, oder in Gruppen zu schreiben, oder zu telefonieren. Dateien können direkt geteilt werden und im Browser bearbeitet werden und es können auch externe Teilnehmer über öffentliche Links an den Gruppenunterhaltungen teilnehmen.

Es gibt einen eigenen Store für die Nextcloud-Instanz, über den diverse Apps mit wenigen Klicks installiert werden können. Damit können Groupware Funktionen wie gemeinsame Kalender, Email-Clients im Browser und eine Kontaktdatenbank ermöglicht werden. Darüber hinaus gibt es auch spezifischere Anwendungen zur Aufgabeplanung und Verteilung, oder zur Integration von einem Office Server oder einer entsprechend kostenlosen Alternative von OnlyOffice. Die Möglichkeiten und die Unterstützung von der aktiven Community sind hier sehr groß.

Weitere besondere Features von Nextcloud sind, die Anbindung an diverse Anmeldesysteme (LDAP, Active Directory, Shibboleth und Single Sign-On mit SAML 2.0), Verschlüsselung und Ransomware-Schutz sowie Automatic Flow. Letzteres kann Arbeitsabläufe automatisieren und somit hilfreich im Arbeitsalltag sein.

Ein besonderes Alleinstellungsmerkmal ist, dass die oben beschrieben Funktionen gut in eine Software Lösung zusammen integriert sind. Statt also mehrere Bestandteile in der IT-Infrastruktur zu pflegen, hat man mit Nextcloud ein einfach bereitzustellendes Komplettpaket.

Dieser Artikel ist entstanden durch eine Projektarbeit zur Einrichtung einer eigenen Cloud Infrastruktur. Falls du gerne Unterstützung für ähnliche Projekte haben würdest, kontaktiere uns gerne.

Veröffentlicht in: Blog